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Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, liebe Eltern, heute sind wir zusammengekommen, um den erfolgreich absolvierten Qualifizierenden Hauptschulabschluss und den Abschied von unseren Klassenkameraden zu feiern. Für uns beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt, in dem wir sehr viel härter arbeiten müssen als bisher. Die Berufsausbildung fordert sehr viel Selbständigkeit, Disziplin, Mobilität und den Willen zur Teamarbeit. Doch zunächst beginnt für die meisten von uns ein sehr langer Urlaub. Ob ihr euch nun ein Holzhaus ohne Fernseher im Bayerischen Wald mietet und herabfallende Tannenzapfen beobachtet oder den ganzen Tag im Bett liegt, bleibt euch überlassen. Auf jeden Fall sollten die Ferien spannend und entspannend sein. Wenn man an die Zukunft denkt, dann schaut man sicher wehmütig auf den langen Erholungsurlaub und die Schulzeit zurück. Hier ein kurzer Rückblick der Schullaufbahn der 9 c:
Die erste und zweite Klasse verliefen,
außer der vielen Hausaufgaben, ohne Probleme. Eine absolute
Katastrophe war das dritte und vierte Schuljahr, denn ein Heer
von Lehrern stürmte auf uns ein und zentnerschwere Büchertaschen
machten uns das Leben schwer. In der fünften Klasse bekamen
wir endlich den Rang "Hauptschüler" verliehen und
machten in Englisch unsere ersten Gehversuche. Außerdem
wurde ein Schulfest veranstaltet, bei dem wir das Klassenzimmer
in eine Bücherei umbauten. Unsere Lehrerin Frau Hoyer fuhr
mit uns und einer Partnerklasse aus Tschechien gegen Ende der
sechsten Klasse ins Schullandheim Heidenheim. Die siebte Klasse
ging sehr schnell vorbei. Beim diesjährigen Schulfest bauten
wir einen Abenteuer-Parcours in der Sporthalle auf. Sehr interessant
war auch die Betriebserkundung bei der Gärtnerei Distler
mit unserer Lehrerin Frau Motschiedler. Ihre Nachfolge trat Herr
Weigel an, ein sehr intellektuellen Lehrer. Leider war er vom
Pech geplagt und konnte aufgrund eines Verkehrsunfalls und anderer
gesundheitlicher Probleme nicht lange bei uns unterrichten. An
dieser Stelle wünsche ich ihm deshalb im Namen der Klasse
weiterhin gute Genesung.
Die Vertretung der achten Klasse
war nicht immer zu Scherzen aufgelegt. Meist bestand der Unterricht
aus Auseinandersetzungen, die vom Lehrer häufig defensiv
geführt wurden. Im zweiten Halbjahr der achten Klasse versuchten
wir uns in einer Schnupperlehre in verschiedenen Betrieben. Über
den Zeitraum des zweiten Halbjahres der neunten Klasse hatten
wir einen lustigen Lehrer, der ständig Witze erzählte.
Über seine Witze konnte jedoch nie jemand lachen. Höhepunkt
war der Schullandheimaufenthalt in Tönning an der Nordsee.
Kurz gesagt: Leute unfreundlich, Landschaft reizvoll. Der Kurzurlaub
war eigentlich hauptsächlich dazu gedacht, für den Qualifizierenden Hauptschulabschluss
zu lernen, statt dessen wurde viel gefeiert.
Wir schafften die Prüfung aber dennoch.
Nach neun Jahren Schufterei ist es
für uns nun ein Kinderspiel, sechseckige Kreise zu konstruieren
oder den Integranden des Integrals 1 zu berechnen. Wir Schüler
haben uns während dieses langen Zeitraumes prächtig
miteinander verstanden. Von unserer Klasse sind allerdings immer
wieder Schüler auf eine andere Schule gegangen und neue hinzugekommen.
Da war z. B. ein sehr gebildeter Junge, dem nicht einmal das Konjugieren
lateinischer Verben schwer fiel. Auch viele interessante Mädchen
gab es in unserer Klasse. Ich finde es jedenfalls sehr schade, dass wir nun auseinander müssen, doch irgendwann trennen
sich bekanntlich immer die Wege.
Zum Schluss noch eine kurze
Bilanz aus den neun Schuljahren: Etwa 5000 Schulhefte, 99 Füller,
8 Liebesbriefe, 75 Schultaschen, 3 Küsschen und 25 ausgelaugte
Schüler. Trotzdem sollten wir optimistisch nach vorne blicken.
Ich danke herzlich für eure Hilfe in all den Jahren und wünsche
Euch weiterhin eine angenehme Zeit und viel Glück im späteren
Leben. Stefan Beck
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