Im kommenden Schuljahr werden die Schüler im 5. und im 7. Jahrgang
nach einem neuen Lehrplan und einer geänderten Stundentafel unterrichtet.
Schrittweise erfolgen dann die Änderungen in der 6. sowie in der 8. und 9.
Jahrgangsstufe in den folgenden Schuljahren.
Schüler und Eltern bemerken die Änderungen am deutlichsten an den
Bestimmungen für die neue Stundentafel.
Pflichtfächer:
In den Fächern Deutsch und Mathematik besteht die Möglichkeit, im 7. bis
9. Jahrgang von den 5 bzw. 4 vorgesehenen Unterrichtsstunden bei Bedarf
jeweils eine für klassenübergreifende Stütz- und Förderkurse abzuzweigen.
Bedauerlicherweise wurde der Deutschunterricht in fast allen Jahrgangsstufen um
eine Wochenstunde gekürzt.
Das Fach Englisch ist in allen Jahrgangsstufen wieder Pflichtfach. Bisher
war es im 8. und 9. Jahrgang Wahlpflichtfach und konnte abgewählt werden,
was sich auf die weitere Schullaufbahn negativ auswirkte. Ohne
Englischkenntnisse ist kein mittlerer Schulabschluss möglich.
Die traditionellen naturwissenschaftlichen Schulfächer Physik, Chemie
und Biologie wurden zu einem einzigen Fachbereich zusammengefasst, ebenso
die soziokulturellen Fächer Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde. Für beide
Fachbereiche gilt das Prinzip: ein Fach, ein Buch, ein Lehrer, eine Note.
Erziehungskunde taucht in der Stundentafel nicht mehr als eigenständiges
Unterrichtsfach auf.
Musische Fächer:
Für Sport und differenzierten Sport sind nach wie vor insgesamt 4
Wochenstunden vorgesehen. Nachdem aber von der Lehrerzuweisung her im
kommenden Schuljahr nur 0,5 hauptamtliche Lehrerstunden pro Klasse für
differenzierten Sport zur Verfügung gestellt werden, ist aus personellen Gründen mit
einer Verminderung des bisherigen Angebots zu rechnen.
Musik und Kunsterziehung sind in der 5. und 6. Jahrgangsstufe im
Umfang von zwei Wochenstunden Pflichtfächer. Ab der 7. Jahrgangsstufe wählt jeder
Schüler eines dieser Fächer als Wahlpflichtfach. Bisher war Musik durchgehend
für alle Schüler Pflichtfach. Das Wahlpflichtfach Kunsterziehung wurde wegen
anderer Alternativen kaum gewählt. Mit der neuen Stundentafel wird sich die
Gewichtung zu Gunsten der Kunst verschieben.
Arbeitslehrefächer:
Wie schon in der Grundschule, werden im 5. und 6. Jahrgang die Fächer
Werken und Textilarbeit zum Fachbereich Werken/Textiles Gestalten
zusammengefasst, den alle Schülerinnen und Schüler besuchen. Den Unterricht erteilt
entweder die Fachlehrerin aus dem Fachbereich Handarbeit/Hauswirtschaft oder
eine Fachlerhkraft aus dem musisch-technischen Fachbereich.
Die bisherigen praktischen Arbeitslehrefächer werden zu drei
Fachbereichen zusammengefasst:
Gewerblich-technischer Bereich
(Werken/Technisches Zeichnen)
Kaufmännisch-bürotechnischer Bereich
(Textverarbeitung/Bürotechnik)
Hauswirtschaftlich-sozialer
Bereich
(Ernährung/Haushalt/Sozialpflege)
Die Schülerinnen und Schüler nehmen im 7. bis 9. Schülerjahrgang wie
folgt an diesen Fachbereichen teil:
7. Jahrgangsstufe:
Alle Schülerinnen und Schüler haben die drei Bereiche als Pflichtunterricht.
Bisher galt das nur für die Hauswirtschaft.
8. Jahrgangsstufe:
Die Schülerinnen und Schüler wählen zwei dieser Fachbereiche als
Wahlpflichtfächer im Umfang von jeweils zwei Wochenstunden.
9. und 10. Jahrgangsstufe:
Jeder Schüler führt eines der beiden im 8. Jahrgang gewählten Fächer mit
höherer Stundenzahl weiter. In der 9. Klasse zumeist mit vier Wochenstunden.
Zu bemerken ist, dass alle diese Fachbereiche einen hohen
informationstechnischen Anteil zu bewältigen haben und neben ihren angestammten
Fachräumen jetzt auch noch den Computerraum zur Verfügung haben müssen.
Wahlfächer:
Alle Wahlpflichtfächer können als Wahlfächer angeboten werden sowie
die Fächer Informatik, Kurzschrift und Werken/Textiles Gestalten. Bei uns wird
in der 8. und 9. Jahrgangsstufe Informatik so stark nachgefragt, dass die Grenze
der Raumkapazität erreicht ist. Nachdem Textiles Gestalten in der
Stundentafel nur mehr bis zur 6. Jahrgangsstufe vorgesehen ist, könnte ein
jahrgangsübergreifender Kurs zu Stande kommen.
Arbeitsgemeinschaften:
Die Arbeitsgemeinschaft Schulfotografie hat an unserer Schule eine
lange Tradition und kann auch nach der neuen Stundentafel weitergeführt
werden. Darüber hinaus wird es auch wieder möglich sein Instrumentalunterricht
anzubieten.
Auch wenn die Stundentafel Kürzungen einzelner Unterrichtszeiten
vorsieht, der dahinter-stehende neue Lehrplan ist insgesamt gesehen sehr zu begrüßen.
Er lässt uns Lehrern wieder mehr Freiraum für einen schülerangemessenen Unterricht auf
mittlerem Anforderungsniveau. Wenn man so will, ist es ein schlanker Lehrplan, der
vom fachspezifischen Anspruch im vernünftigen Maße abrückt. Die Bedürfnisse
des Kindes stehen wieder mehr im Mittelpunkt.
Der Lehrplan fördert ganzheitliches, fächerübergreifendes Lernen. Er
vernetzt Unterrichtsfächer und betont offene Unterrichtsformen wie den
Projektunterricht. Das Klassenlehrerprinzip ist dafür ebenso unerlässlich wie die
Zusammenarbeit aller Lehrerinnen und Lehrer, die in einer Jahrgangsstufe unterrichten.
Profilbildendes Fach der Hauptschule ist nach wie vor die Arbeitslehre in
ihrer theoretischen und praktischen Ausprägung. Ziel ist es, den
Schülerinnen und Schülern insbesondere Schlüsselqualifikationen zu vermitteln, ihnen die
Berufsorientierung zu erleichtern und sie auf die Berufswahl vorzubereiten.
Natürlich bleibt die Hauptschule eine weiterführende Schule, die eine
solide Allgemeinbildung vermittelt und ihre unterschiedlich begabten Schüler
durch Differenzierung in geeigneter Weise fördert.
Alle Kolleginnen und Kollegen haben sich in mehreren
schulhausinternen Fortbildungsmaß-nahmen auf den Unterricht nach dem neuen Lehrplan
vorbereitet. Wenn die neuen Schulbücher eingeführt sind, kann es also im September
in der 5. und 7. Jahrgangsstufe losgehen.
Franz Müller
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