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Jahresbericht 1996/97 (Hauptschule)



Ausbildungsstellennot

 

Ende dieses Schuljahres werden 89 Schülerinnen und Schüler unserer Schule nach erfolgreich erfüllter Schulpflicht ins Leben entlassen. Eigentlich dürfen sie sich zu Recht auf einen angemessenen Platz in unserer Gesellschaft freuen, zumindest auf einen Ausbildungsplatz. Die Realität sieht aber leider anders aus. Mitte Juni hatten gerade einmal 20 einen betrieblichen Ausbildungsplatz sicher, 18 hatten wenigstens einen „in Aussicht", 31 entschlossen sich, weiterhin die Schulbank zu drücken oder wurden in eine Fördermaßnahme der Arbeitsverwaltung aufgenommen, 20 Schülerinnen und Schüler waren noch völlig unversorgt.

Eberhard Schneider, Chef des Arbeitsamtes in Weißenburg, bezeichnete im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft die Zustände als „Ausbildungsstellennot". Es handelt sich nicht um eine isolierte Erscheinung an unserer Schule, sicher auch nicht um ein rein hauptschulspezifisches Problem, auch wenn es Hauptschüler stärker trifft, sondern um eine Folge der schwachen Konjunktur unserer Wirtschaft und der immer noch steigenden Zahl der Bewerber. Wurden dem Weißenburger Arbeitsamt 1992 noch 2.123 Ausbildungsplätze zur Vermittlung angeboten, waren es 1997 nur noch 1.150. Gegenüber dem Vorjahr standen im Altlandkreis Weißenburg 20 % weniger Ausbildungs-plätze zur Verfügung und im Altlandkreis Gunzenhausen 11 % weniger. Im Arbeitsamtsbereich Gunzenhausen sind heuer 212 freie Ausbildungsplätze gemeldet, denen 278 Bewerber gegenüber-stehen. Das sind 1,3 Bewerber pro Ausbildungsplatz (Weißenburg noch schlechter: 1,5).

„Es wird heuer nicht einmal statistisch gelingen, jedem Bewerber einen Platz anzubieten, der einigermaßen seinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht", erläuterte Peter Rost, der Leiter der Berufsberatung , und löste damit unter Schulleitern und Unternehmern gleichermaßen Betroffenheit aus. Was können in einer solch schwierigen Situation die tun, die Verantwortung tragen für die Zukunft unserer Jugend?

Die schulische Vorbereitung auf die Berufswahl geschah in den letzten beiden Jahren sehr intensiv und in der üblichen engen Zusammenarbeit mit der Berufsberatung:

• Arbeitslehreunterricht

• Bewerbungstraining

• Elternabend

• Betriebspraktikum

• Besuch im BIZ

• Gruppen- und Einzelberatung

Man muss den Berufsberatern sehr danken, dass sie mit außergewöhnlichem Engagement gerade auch schwierigere Vermittlungsfälle zu lösen versuchen. Die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus ist dabei unverzichtbar. Ein reger Besuch der Elternabende wäre wünschenswert.

Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft veranstaltete auf Initiative seiner Sprecherin Rita Smischek Ausbildungsplatzbörsen. Im letzten Jahr war die Veranstaltung in Weißenburg ein voller Erfolg. 82 zusätzliche Ausbildungsplätze wurden dem Arbeitsamt zur Vermittlung angeboten. Heuer wurde die Börse in Gunzenhausen und in Weißenburg durchgeführt, leider mit deutlich geringerem Erfolg. Es wurden 1.356 Betriebe angeschrieben. 30 Betriebe stellten insgesamt 36 zusätzliche Ausbildungs-plätze zur Verfügung, 20 im Raum Gunzenhausen und 16 im Raum Weißenburg.

Der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen, Robert Bromm, nahm sich ebenfalls der Sache an. Er gab unseren Interessenten für einen Beruf in der Baubranche Gelegenheit zu einem „Gespräch mit dem Chef" und informierte sie vor Ort über die entsprechenden Berufsbilder. Sinn dieser Aktion war es, Suchende auf beiden Seiten direkt miteinander in Kontakt zu bringen und auf aussichtsreiche Berufe aufmerksam zu machen, die nicht zu den begehrten Modeberufen zählen.

Es muss gelingen, Jugendlichen einen Einstieg in das Berufsleben zu verschaffen. Ausbildungsplätze sind im dualen System die Voraussetzung dafür. Ich kann nur an die Verantwortlichen in den Unternehmen appellieren, trotz aller Schwierigkeiten ihren Beitrag zur Linderung der Ausbildungsstellennot zu leisten.

Franz Müller

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