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Stephani-Volksschule Gunzenhausen

Jahresbericht 1998/99



 
Schulzeit - Lehrzeit

Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt war Anlass zu untersuchen, was unsere Schüler am Ende ihrer Schulzeit erwartet. Inzwischen liegen für die Stephani-Schule Daten der letzten drei Schuljahre vor. Die Erkenntnisse beruhen auf Angaben, die unsere Schüler in der letzten Schuljahreshälfte vor ihrer Entlassung machten. Nach Beendigung der Volksschulzeit können Befragungen nicht mehr durchgeführt werden. Da aber die Nachfolgeschulen die Schülerbögen anfordern müssen, lassen sich daraus Rückschlüsse über den Verbleib unserer ehemaligen Schüler ziehen. Um es vorweg zu nehmen: Letztendlich waren alle unsere Schülerinnen und Schüler versorgt, aber eben anders als man das noch vor wenigen Jahren erwartet hätte.

Die größte Gruppe unserer Absolventen plant einen weiteren Schulbesuch. Dazu zählen fast ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler, die die Volksschule nach der 8. Klasse mit erfüllter Schulpflicht verlassen müssten. Sie besuchen die Hauptschule ein weiteres Jahr freiwillig, um einen Schulabschluss zu erreichen. Einige Schüler bleiben ein zehntes Schuljahr bei uns, um den Quali noch einmal zu probieren. Im letzten Schuljahr strebten insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler nach Abschluss ihrer Schulzeit den Erwerb der Mittleren Reife an, und zwar in freiwilligen zehnten Klassen der Hauptschule (F 10), in Wirtschaftsschulen und anderen Fachschulen. Eine weitere Schülergruppe verbesserte ihre Qualifikation für das Berufsleben in Fördermaßnahmen des Arbeitsamtes. Das Sofortprogramm der Bundesregierung wirkte sich spürbar aus, so dass am Ende niemand auf der Straße stand. Das Qualifizierungsstreben unserer Schülerinnen und Schüler nach der Volksschulzeit ist erfreulich. Wie weit es von der Ausbildungsplatzsituation beeinflusst wird, ist schwer abzuschätzen. Es ist Bildung auf Vorrat, auch wenn die eine oder andere Warteschleife dabei ist. Am Ende dieses Schuljahres hatten wieder deutlich mehr Schüler einen Ausbildungsplatz sicher als letztes Jahr. Trotzdem: So normal ist es nicht mehr, am Ende der Schulzeit mit der Lehrzeit im dualen Ausbildungssystem zu beginnen.

Die Bedeutung des Hauptschulabschlusses für das Unternehmen AUDI

In einem Referat für den Studienkreis Schule-Wirtschaft am 13. Juli 1998 stellte Dr. Andreas Schleef, Vorstand des Personal- und Sozialwesens der AUDI AG die Bedeutung des Hauptschulabschlusses für sein Unternehmen heraus. Es müsse gelingen, die Produktivität von Arbeit und Kapital stärker zu erhöhen als die Kosten steigen. Die Qualifikation der Belegschaft sei entscheidend, um ein Hochproduktivitäts- und Hochtechnologieland zu bleiben. Warum engagiert sich ein High-Tech-Unternehmen für die Hauptschule? "High-Tech" verbindet man doch gewöhnlich mit Forschung, Akademikerzirkeln, bahnbrechenden Ideen und kühnem Design. Die Hauptschule trägt in der Öffentlichkeit eher das Attribut einer Bildungseinrichtung minderer Qualität. Diese Vorurteile werden jedoch der Realität nicht gerecht." High-Tech brauche eine breite, solide Basis, denn Denkfabriken allein seien wie ein Kopf ohne Körper.

Er setze sich für ein gegliedertes Schulwesen ein, in dem alle Schularten ihr eigenständiges Profil bewahren sollten. Er schätze die bayerische Hauptschule als Bildungseinrichtung, welche die praktischen Fähigkeiten und Interessen ihrer Schülerinnen und Schüler betone.

Seine Firma bilde derzeit 1000 Jugendliche in 18 anerkannten Ausbildungsberufen aus. "Im Bildungsprofil unserer gewerblichen Azubis zeigt sich dabei die dominierende Rolle der Hauptschule mit 65 %, an der sich auch in Zukunft nichts ändern wird." Im Grundsatz würden alle Auszubildenden übernommen, was im Hinblick auf die demographische Gesamtentwicklung der Bevölkerung geradezu eine "Lebensversicherung" für die Zukunft sei.

Franz Müller

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